Band 1: Die Geschichte des Kieler Fußballs
TuS Schwarz-Weiß Elmschenhagen
Am 1. Juni 1947 wurde der TuS Schwarz-Weiß Elmschenhagen neu gegründet. Seine beiden Vorgängervereine Turnverein Elmschenhagen und die Freie Turnerschaft Elmschenhagen gab es da schon nicht mehr. Der neue Verein erlebte sofort einen sensationellen Aufstieg und qualifizierte sich 1948 für die neue, dreigeteilte höchste Spielklasse des Landes. Ein einjähriges Gastspiel, dem im Anschluss anderthalb Jahrzehnte Zugehörigkeit zur zweithöchsten Liga folgten.
Ein ständiges Auf und Ab
Danach gab es auch bei Schwarz-Weiß das im Amateurfußball übliche Auf- und Ab, das 1994/95 mit einem weiteren Jahr Zugehörigkeit zur höchsten Liga des Landes gipfelte.
Doch der Verein kennt auch die Niederungen des Fußballs. Insgesamt ein gutes Dutzend Jahre verbrachte Schwarz-Weiß im Kieler Kreisklassenfußball. Elfmal musste die Mannschaft in ihrer Vereinsgeschichte in den sauren Abstiegsapfel beißen, holte im gleichen Zeitraum aber auch fünf Meisterschaften und stieg achtmal auf.
Torben Hoffmann startet in Elmschenhagen
Bekanntester Fußballer mit Schwarz-Weiß-Wurzeln ist Torben Hoffmann. Bekannteste Trainer waren der Ex-Bundesligaspieler Manni Greif und Holsteins Zweitliga-Akteur Manfred Jochimiak. Erfolgreichste Coach war Bernd Arp, der Schwarz-Weiß zu Beginn der 1980er Jahre aus seinem Dornröschenschlaf erweckte.
Band 2: Die Geschichte des Kieler Fußballs
SC Comet Kiel incl. SVE Comet Kiel
Mit dem SC Comet Kiel, seit 2013 zusammengeschlossen mit dem SV Ellerbek zum SVE Comet Kiel, wurde ein Kieler Traditionsverein mit einer spannenden und ereignisreichen, mehr als 100jährigen Geschichte ausgewählt.
Der SC Comet Kiel, 1912 als Kieler Arbeitersportverein gegründet, wechselte 1923 zum DFB und spielte bereits vor 1945 in Schleswig-Holsteins höchster Spielklasse.
24 Jahre in der Elite-Liga
Nach dem Krieg brachten es die Gelb-Blauen immerhin auf 24 Spielzeiten in der Eliteliga des Landes und standen dabei in der Rangliste aller Kieler Fußballvereine achtmal auf Rang 2 hinter Holstein Kiel. In der ewigen Bestenliste aller Kieler Fußballvereine steht der SC Comet hinter der KSV Holstein und dem FC Kilia Kiel auf dem 3. Platz!
Legenden
Namen wie Karl-Heinz Boll, Hans Haltenhof, Horst Martinsen, Herbert Kowalski, Peter Dobratz, Reinhold Gollnau, Rudi und Karsten Wagner oder Gerhard Wöhlk sind auch jenseits der Passader Straße jedem Kieler Fußball-Fan wohlbekannt.
Band 3: Die Geschichte des Kieler Fußballs
SV Ellerbek incl. SVE Comet Kiel
Meistertrainer beim SV Ellerbek
Der 1922 gegründeten SV Ellerbek, eigentlich als Dauergast im Kieler Bezirks-Fußball beheimatet, erlebte seine erfolgreichsten Jahre in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts. Unter den Meistertrainern Gerd Koll und vor allem Wolf-Waldemar Penning spielte die Mannschaft sechs Jahre lang im schleswig-holsteinischen Fußball-Oberhaus. Spielernamen wie Heinz Grunewald, Kurt Breiholz, Hans Wehmeyer, Karl Enoch, Olaf Hansen, Heino Ohms, Thomas Geisler oder Dirk Schwarten klingen allen Kieler Fußballfans wohl in den Ohren.
Gemeinsam
2013 fiel dann der Entschluss beider benachbarten Vereine, gemeinsam zu agieren. Der Prozess des Zusammenwachsens ist von Erfolg gekrönt. Seit 2013 stieg der SVE Comet bereits zweimal wieder auf und hofft heute in der Verbandsliga Ost auf den dritten Streich.
236 Seiten ruhmreiche Geschichte
Mit 236 Seiten dokumentiert auch dieses Buch die ruhmreiche Geschichte eines Kieler Ostufervereins. Ein Muss für jeden Fan des Kieler Amateurfußballs!
Band 4: Die Geschichte des Kieler Fußballs
Heikendorfer SV
Am 2. September 2024 wird der Heikendorfer SV stolze 100 Jahre alt. 100 Jahre besteht auch die Fußballabteilung des Vereins, die bereits ab 1926 als Heikendorfer Ballspielverein am Punktspielbetrieb im Kieler Verband teilnahm.
Der HBV war zwar nicht der einzige Fußballverein in Heikendorf – es gab daneben noch die Freie Turnerschaft Heikendorf im Kieler Arbeitersport – doch schnell der erfolgreichere. 1932 holte sich die Mannschaft ihre erste Meisterschaft und spielte danach zwei Jahre lang in der zweithöchsten Liga des Landes.
Zusammenschluss
Nach dem Zusammenschluss 1935 mit der zwei Jahre zuvor verbotenen Freien Turnerschaft zum Heikendorfer TSV beeinflussten schließlich die weltpolitischen Umstände auch den Heikendorfer Fußball und führten Ende 1943 zu seinem vorläufigen Ende.
Neustart 1945
Nach dem Krieg war der im Sommer 1945 neu gegründete Heikendorfer SV dann Dauergast in den Ligen oberhalb der Bezirksliga. 57 Jahre spielten die traditionell schwarz-weiß gestreiften Zebras in der zweithöchsten Fußballliga des Landes und erreichten daneben seit 1947 zwei Meisterschaften, drei Vize-Meisterschaften und sieben Aufstiege.
Sieben goldene Jahre
Zwischen 2007 und 2014 erlebte dann der HSV seine Glanzzeit, als die Mannschaft unter Trainerlegende Mikica Mladenovic im schleswig-holsteinischen Oberhaus um Tore und Punkte spielte.
Dank seiner lang andauernden Erfolgsstory gehört der Heikendorfer SV heute dann auch zu den erfolgreichsten Fußballvereinen im Kieler Fußball.
Band 5: TSV Flintbek
Am Abend des 30. November 1945 versammelten sich in der Bahnhofswirtschaft Flintbek Einwohnerinnen und Einwohner und gründeten den TSV Flintbek. Keine leichte Aufgabe in diesen bewegten Zeiten und vor dem Hintergrund der Schwierigkeiten dieser direkten Nachkriegszeit.
Und diese Schwierigkeiten verfolgten den Fußball im TSV mehr als 20 Jahre. Sowohl in den ersten drei Jahren im Plöner als auch anschließend im Kieler Fußballverband spielte der TSV bis 1972 mit bescheidenen Erfolgen auf Kreisklassenebene um Tore und Punkte. Mehr als die Meisterschaft 1957/58 in der 3. Kreisklasse stand bis dahin nicht auf der Erfolgsseite. Das lag sicherlich auch an dem auch bei den Gegnern gefürchteten Behelfssportplatz „An der Bahn“, der ein ordentliches Fußballspiel kaum zuließ.
Das alles änderte sich dann 1966 mit dem Umzug an den Sportplatz Eiderkamp, der zu einem nachhaltigen Aufschwung beim TSV führte. 1973 stieg der TSV in die Kreisliga, fünf Jahre später dann erstmals in den Bezirk auf. Insgesamt 23 Jahre spielt der TSV in seiner Vereinsgeschichte mittlerweile auf Bezirksebene. Zwischen 2001 und 2003 trat der TSV sogar zwei Jahre lang in Schleswig-Holsteins zweithöchster Fußballliga an.
TSV-Akteure wie Axel Möller, Stefan Baller, Marvin Wulf, Volker Jagemann, Maik Lisner oder Achim Ziller haben auch außerhalb von Flintbek einen guten Namen unter Fußballfans. So zog es dann auch während der letzten fast 80 Jahre prominente Trainer wie Heinz Grunewald, Hans-Werner Canal, Hans-Gerd Schildt, Hans-Ludwig Meyer oder zuletzt David Lehwald an die Eider.
Inzwischen besitzt der TSV an der Flintbeker Dorfstraße eine wunderschöne Sportanlage inklusive Kunstrasenplatz, konnte mittlerweile sechs Meisterschaften erringen und strebt zurzeit wieder die Rückkehr in die zweithöchste Fußballklasse des Landes an. Kein Traum, denn neben dem großen Engagement der vielen ehrenamtlich Verantwortlichen kann sich der TSV Flintbek vor allem auf seine herausragende Jugendabteilung verlassen, die es Jahr für Jahr schafft, spielerisch und technisch erstklassig ausgebildete Fußballer an den Erwachsenen-Fußball im TSV heranzuführen.
Band 6: Wiker SV
Für den Wiker SV gab es in der Presse immer wieder die wenig schmeichelhafte Bezeichnungen „Graue Maus des Kieler Fußballs“ oder „Mauerkünstler“.
Neun Meistertitel, Drei 10:0-Siege als höchste Auswärtserfolge, acht Spielzeiten in der höchsten Spielklasse des Landes: „Graue Fußballmaus“? Wohl kaum. Eher wohl: Sympathischer Underdog, Defensivkünstler oder WSV-Familie…
1929 gegründet, spielte der Wiker SV von Beginn an in der höchsten Liga im Kreisfußball und scheiterte sieben Jahre nach der Gründung 1936 nur knapp am Aufstieg in die damals zweithöchste Fußballklasse des Landes.
Das schaffte die Elf dann aber schnell nach dem Kriege. Seit 1948 spielten die Schwarz-Weiß-Gelben rekordverdächtige 61 Jahre im Bezirk oder darüber. In der ewigen Bestenliste aller Kieler Fußballvereine seit 1945 belegt der WSV dann auch den 7. Platz.
Zwischen 1982 und 1987 und noch einmal zwischen 1992 und 1995 spielte die Elf vom Wiker Auberg sogar in der schleswig-holsteinischen Eliteliga. Vier Jahre lang hieß Kiels Nr. 2 nach Holstein Kiel sogar Wiker SV. Graue Maus?
Spieler wie „Mr. WSV“ Jürgen Struthoff, Manfred Mogge, Dieter, Peter und Marco Behrens, Hans-Joachim Bock, Kay Nydahl oder Thomas Petri sind allen Kieler Fußballfans wohlbekannt.
Trainerlegenden wie Manfred Apsel, Mario Schülke, Rudi Christiansen, Max Hohlweg, Jürgen Struthoff und aktuell Dannie Osterhoff holten mit ihren Teams insgesamt neun Meistertitel. Damit gehört der WSV zu den erfolgreichsten Titeljägern im Kieler Fußball.
Doch nicht nur im Männerfußball machte der WSV von sich reden. Die drei Landesmeisterschaften im Frauenfußball machen den WSV auch hier zu einem der erfolgreichsten Kieler Vereine. Und im Jugendfußball gehört der Verein sowohl zu den erfolgreichsten als auch zu den Vereinen mit den meisten Jugendmannschaften seit 1953 im Kieler Fußball.
Der WSV, das ist gelebte Fußballtradition mit dem familiären Charme, Teamgeist und dem Reiz des ewigen Underdogs.
7: MTV Dänischenhagen
Die Zugehörigkeiten des MTV Dänischenhagen zu den Fußballklassen seit der Gründung der Fußballabteilung 1954 verrät vieles über den MTV. 41 seiner mittlerweile 71 Spielzeiten verbrachte die Mannschaft in der jeweils höchsten Liga im Kreisfußball. Der MTV Dänischenhagen ist dann auch mit 1.210 Kreisligaspielen und 2.586 erzielten Toren Rekordhalter und absoluter Spitzenreiter in der ewigen Kreisliga-Tabelle im Kieler Fußball.
Neun Aufstiege, fünf Meisterschaften und zuletzt elf Jahre im Verbandsligafußball darf der engagierte Verein aus dem Dänischen Wohld zu seinen Erfolgen zählen. Seit 1971 besitzt der MTV darüber hinaus an der Schulstraße neben seinem frisch renovierten Vereinsheim eine der schönsten Fußballanlagen im Kieler Fußball.
Bei keinem Verein im Kieler Fußball verweilten dieBand Fußballspieler so lange wie beim MTV. Mehr als 50 Akteure spielten im Laufe ihrer Karriere zehn Jahre oder länger im schwarz-weißen Trikot. Das kommt nicht von ungefähr. In Dänischenhagen spricht man daher auch gerne von der MTV-Familie.
Zu ihnen gehörten mit Rainer Gaethje, Stephan Wendt, Lars Mischak, Klaus-Dieter Peters, Helmut Freitag, Eric Lamprecht oder Timo Becker Spieler, die auch außerhalb von Dänischenhagen einen wohlklingenden Namen unter Fußballkennern haben. Auch Akteure wie Hans-Werner Canal, Gerhard Lütje oder Ulli Hoffmann trugen mit Stolz die MTV-Farben.
Und auch auf dem Trainerposten gaben sich prominente Vertreter beim MTV die Klinke in die Hand. Kiels Meistertrainer Nr. 1, Harald Büll, ehemalige Holstein-Größen wie Heinz Grunewald, Kurt Voß oder Jürgen Harm sowie Erfolgstrainer wie Karl Bartl hinterließen ihre Spuren beim MTV. Rekordtrainer Frank Knocke steht aktuell in seiner 17 Spielzeit an der Seitenlinie bei den Dänischenhagenern.
Neben der Liga, der Zweiten und der Frauenmannschaft sorgen in diesem Jahr insgesamt 12 Jugendmannschaften dafür, dass auch in Zukunft der Fußball beim MTV glänzend dasteht. MTV Dänischenhagen, das ist engagierter Amateurfußball pur.
Band 8: Die Geschichte des Kieler Fußballs
SV Friedrichsort
In der Geschichte der Kieler Fußballvereine gibt es nur wenige Vereine, die eine solche Berg- und Talfahrt hingelegt haben wie die SV Friedrichsort.
1908 als SC Friedrichsort 08 gegründet, spielte der Verein schon vor dem Krieg in der höchsten Spielklasse des Landes. Nach dem Krieg setzte die Sportvereinigung dann zu einem wahren Höhenflug an. Als Kiels Nr. 2 stieg die Mannschaft von der Friedrichsorter Hohenleuchte schnell wieder in die 1. Amateurliga auf, um dann zu Beginn der 60er Jahre sogar mit Holstein Kiel zusammen die Landeshauptstadt drei Jahre in der Regionalliga Nord zu vertreten. Namen wie Günther Lankeit, Peter Horn und Günter Kowalski und legendäre Trainer wie Erwin Helmchen, Bubi Hetzer oder Hans-Peter Ehlers standen für diesen Höhenflug.
Bis Mitte der 70er Jahre spielte die Sportvereinigung dann weiter in der höchsten Fußballliga und sicherte sich dabei dreimal in Folge die Landesmeisterschaft. Nach einem zwischenzeitlichen Absturz bis in die Bezirksliga kamen die Leuchtturmwärter Mitte der 90er Jahre noch einmal drei Jahre zurück ins Rampenlicht.
Dann aber erlebte der Kieler Traditionsverein einen Absturz, den es in dieser Form nicht oft im Kieler Fußball gegeben hat. Von Rang 2 im Reigen aller Kieler Fußballvereine ging es hinab auf Rang 35, als die Elf in der Kieler B-Klasse um Tore und Punkte spielte und nur durch ihre eigene Zweite vor einem noch tieferen Fall bewahrt wurde.
Leidenschaft, Engagement und Besonnenheit haben den Verein immer ausgezeichnet und so schafften die Friedrichsorter dann auch die Wende. Unter Trainer Timo Zeidler, der die Mannschaft inzwischen elf Jahre erfolgreich coacht, ging es zurück in den Kreisligafußball. Weitere Aufstiege sind nicht ausgeschlossen…
Mit dem erfolgreichen Jugendförderverein „Kieler Förde“ beschreitet die Sportvereinigung seit 2015 im Jugendfußball zudem neue Wege und knüpft damit an goldene Zeiten an, als Kieler Fußballgrößen wie Horst Mißfeld, Volker Blietschau, Peter Busch oder Oliver Held das Fußballhandwerk am Steenbarg in Friedrichsort erlernten.
Band 9: Die Geschichte des Kieler Fußballs
VfB Union-Teutonia Kiel
Die Bezeichnung Kultverein muss man sich verdienen. Das gilt für den FC St. Pauli in Hamburg, den 1. FC Union in Berlin und auch für den VfB Union-Teutonia in Kiel. Und UT hat sich diesen Namen redlich verdient. Schon die beiden Vorgängervereine FC Union und FC Teutonia hatten noch ältere Vorgängervereine, als beide 1908 gegründet wurden. Ihre Herkunft war mit der Arbeiterschaft aus dem Kieler Stinkviertel rund um die Gutenbergstraße, um den Wilhelmplatz und der Bürgerschaft rund um den Schrevenpark prägend für den Verein.
Zu einem der Top-Drei Vereinen im Kieler Fußball wurde Union-Teutonia nach dem Zusammenschluss im Juli 1919. Nach dem Aufstieg 1921 in die höchste Fußballklasse des Landes, spielte die Mannschaft dort bis zum Zusammenbruch 1945. Drei Meistertitel, die Duelle gegen Holstein Kiel und die Teilnahme an der Norddeutschen Meisterschaft waren in dieser Zeit die Höhepunkte. Spielernamen wie Semmelhack, August Cohrt oder Jonny Schäff waren jedem Kieler Fußballfan wohlbekannt. Mitte der 20er Jahre wurden für die Stars der Mannschaft sogar Sammelbilder gedruckt.
Dieser Höhenflug setzte sich auch nach dem Kriege vor. Unter der 15jährigen Trainerschaft von Georg Grille schaffte UT mit Akteuren wie Torwartlegende Günter Jäger, Manfred Greif oder Helmut Ohms zweimal zurück in die Eliteliga des Landes.
Doch UT kennt natürlich auch die Schattenseiten des Fußballs. Zwischen 2009 und 2018 spielten die Gelbhemden neun Jahre im Kreisklassenfußball. Doch Verein und Mannschaft hatten damit nie ein Problem. Auf der wunderschönen Sportanlage vom Professor-Peters-Platz, in Fußballkreisen ehrfurchtsvoll unter dem Namen „Festung Westring“ bekannt, geht es um Fairness im Wettkampf, Freundschaft, Toleranz gegenüber Anderen und Freude am Sport. Spieler wie Dennis Polenkowski, Oliver Eufinger/Fischer oder Rainer Kuzel, zuvor schon Rudi Christiansen oder Manfred Wilke setzten die mehr als 100jährige Fußball-Tradition bei UT fort. Erfolgstrainer wie Eberhard Gräf, Mario Dörksen oder zuletzt Fabian Langhoff stehen für die Philosophie der Kieler Gelbhemden. UT ist Kult!
Band 10: Die Geschichte des Kieler Fußballs
TSV Melsdorf
Der TSV Melsdorf gehört zu sechs Vereinen im Kreis Rendsburg-Eckernförde, die Mitglieder im Kieler Fußballverband sind. So wunderschön die Gemeinde im Erholungsgebiet rund um den Westensee liegt, so schwierig gestaltet sich diese Lage außerhalb der Stadtgrenze für die Fußballer des TSV. Erst 1963 näherte sich die Landeshauptstadt Kiel mit der Eingemeindung Mettenhofs bis auf einen Kilometer an Melsdorf heran.
Auch heute noch muss der TSV vor allem durch Gemeinschaft und Qualität überzeugen, um Fußballer nach Melsdorf zu locken. In der Gemeinde selbst ist der TSV allerdings bestens integriert. Mehr als ein Drittel der inzwischen gut 2.000 Einwohnerinnen und Einwohner sind Mitglied im Verein.
Sofort nach dem 2. Weltkrieg bot der bereits 1928 gegründete Verein seinen Mitgliedern Fußball an. Mit einigem Erfolg. Bereits zehn Jahre nach der Gründung der Fußballabteilung schaffte der TSV 1957 sensationell den Aufstieg in die Bezirksliga. Mit Akteuren wie Heinz Behrendt, Alfred Dulas oder Ewald Rau schaffte die Elf unter Erfolgstrainer Knott diesen sensationellen Aufstieg.
Elf weitere Jahre spielte der TSV in seiner Vereinsgeschichte im Bezirk und schaffte dabei 1991 mit der Vizemeisterschaft in der Bezirksklasse die höchste Platzierung der Vereinsgeschichte.
Am wohlsten aber fühlt sich der Verein ganz offensichtlich in der Kreisliga. 33 Jahre spielte der TSV in der höchsten Liga des Kreisfußballs und ist damit nach dem TSV Kronshagen 2 Rekordhalter im Kieler Kreisligafußball.
Und die Erfolge des engagierten Vereins können sich wahrlich sehen lassen. Drei Meisterschaften, acht Aufstiege und mehr als 4.500 Tore in den vergangenen 76 Jahren stehen in der Vita des Vereins. Spielernamen wie Oliver Littek, Werner Haberl, Torwartlegende Jens Ritscher und Stefan Rappa klingen auch Fußballfans außerhalb von Melsdorf wohl in den Ohren. Allein viermal stellte der TSV mit Michael Wormeck, Michael Brune und zweimal Oliver Littek den Torschützenkönig im Kieler Fußball. Auch hier steht der TSV hinter dem VfR Laboe und dem FC Kilia Kiel im Kieler Fußball ganz oben.
Engagierte Trainer wie Fritz Homp, Peter Mahlich, Jürgen Herdel, Uwe Eytz und Rekordhalter Lars Oltmanns haben trotz herausfordernder Bedingungen immer wieder Erfolge mit dem TSV erreicht. Der TSV Melsdorf besticht durch sportlichen Enthusiasmus, starkes Engagement und Gemeinschaftsgeist.
Band 11: Die Geschichte des Kieler Fußballs
TuS Holtenau
Die Entwicklung des Fußballs innerhalb des TuS Holtenau war von einem langwierigen Findungsprozess geprägt. Der Vorgängerverein TV Holtenau wurde im November 1909 gegründet, wollte aber – wie damals unter Turnern üblich - vom Fußball zunächst wenig wissen. Ein erster Versuch noch vor dem 1. Weltkrieg zur Gründung einer Fußballabteilung scheiterte noch an der fehlenden Unterstützung und am fehlenden Fußballplatz.
Die Schwierigkeiten des Vereins setzten sich dann auch nahezu durchgängig während der 1920er Jahre fort. Auch der Beitritt zum Fußballverband der Deutschen Turnerschaft erwies sich lediglich als kurzfristiger Versuch. Ebenso blieb der sportliche Erfolg für den Holtenauer SV, der als neuer Fußballverein Anfang der 1930er Jahre gegründet wurde, aus.
Vielversprechender war da schon die Gründung eines weiteren Fußballvereins in Holtenau. Die Freie Turnerschaft Holtenau wurde Mitglied im Deutschen Arbeitersport, schaffte den Aufstieg in die höchste Spielklasse, wurde aber 1933 von den Nationalsozialisten verboten.
1946 zog man dann aus diesen schwierigen Anfangsjahren des Fußballs in Holtenau die richtigen Lehren. Dieses Mal vereinigte man die Holtenauer Fußballvereine sofort und gab sich zwei Jahre später dann gemeinsam den Namen „Turn- und Sportverein Holtenau“.
Der TuS Holtenau verzeichnete rasch erste Erfolge. Nach zwei Aufstiegen spielte der Verein ab 1961 vier Jahre lang in der höchsten Fußballliga Schleswig-Holsteins. Meistertrainer Otto Pannier und Spieler wie Hans-Peter Morio, Wilfried Reimer, Torwart Horst-Dieter Haye oder die Gebrüder Klaus-Dieter und Lutz-Volker Alberts sorgten für eine wahre Fußballbegeisterung im Kieler Norden.
Wenn der Verein in der Folge auch nie wieder in der Eliteliga des Landes spielte, so bot der Verein in der Folge seinen Anhängerinnen und Anhängern zumeist Fußball auf Bezirksebene an. Mit sehr viel Erfolg. Vier Meisterschaften, zehn Vizemeisterschaften und zehn Aufstiege können sich wahrlich sehen lassen. Seit etwa 15 Jahren spielt der Verein im Kieler Kreisklassenfußball und strebt dort eine Verbesserung seiner sportlichen Situation an.
Die Erfolgsgeschichte des Holtenauer Fußballs ist verbunden mit Spielernamen wie Ralf Sperling, Marco Rahner, Wolfgang Görg, Karl-Reimer Matthiesen oder Wolfgang Harste sowie Trainerlegenden wie Udo Röder, Thomas Sonnenberg, Leonhard Bühler und seit elf Jahren Michael Knieriemen.
Dank der erstklassigen Infrastruktur rund um das Vereinsgelände am Nixenweg ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch der Fußball dieses engagierten Vereins zurück im Scheinwerferlicht der Kieler Fußballbühne zurückkehrt.
Band 12: Die Geschichte des Kieler Fußballs
FC Süd-Kiel
Der FC Süd-Kiel kam spät, aber gewaltig. Als Mitte August 1928 der neue Kieler Fußballclub gegründet wurde, war der Fußball in Kiel und Deutschland schon fast ganz oben angekommen. Nur der Turnsport war Ende der 1920er Jahre noch beliebter.
1928 gab es in Kiel schon mehr als 20 Fußballvereine. Doch der FC Süd-Kiel schloss sich gar nicht dem DFB an. Als Einwohner rund um die Moorteichwiese zwischen Kieler Gasanstalt, Straßenbahndepot und Brauerei und den Arbeitervierteln am Kreienbarg, Hamburger- und Alte Lübecker Chaussee zog es die FC-Gründer in den Kieler Arbeiterfußball.
Und es dauerte genau ein Jahr, dann gewannen die Rot-Weißen ihre erste Meisterschaft und wurden erst im Endspiel um die norddeutsche Meisterschaft von Erwin Seeler und seinem SC Lorbeer 06 Hamburg vor mehr als 10.000 Zuschauerinnen und Zuschauer gestoppt. Drei weitere Staffelsiege in den nächsten drei Jahren folgten. Spielernamen wie Hein Woller, Walter Noack oder Harry Nissen waren damals jedem Kind rund um die Moorteichwiese bekannt. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten aber wurde der rot-weiße Fußballtraum jäh gestoppt. Der FC Süd-Kiel wurde verboten.
Unter gleichem Namen aber ging der FC Süd-Kiel dann 12 Jahre später wieder an den Start. Diesmal im DFB. Und diesmal dauerte es zehn Jahre, bevor die Rot-Weißen im Bezirksligafußball spielten. Dieses Mal waren es Spieler wie Egon Truberg, Robert Ehrke oder Torhüter Uwe Friske, die die Fußballfans rund um die Moorteichwiese begeisterten.
1961 schloss sich dann der 21jährige Uwe Dangl dem FC an und prägte in der Folge mehr als 25 Jahre den Verein. Torschütze vom Dienst, Jugend- und Liga-Trainer, Vereinsvorsitzender. Ein FC Süd-Kiel ohne Uwe Dangl war gar nicht vorstellbar.
Doch auch nach der Dangl-Ära lebte der FC. Trainer wie Hans-Peter Morio, Carsten Zühlke, Frank Meier und Axel Möller und Spielerlegenden wie Volker Jagemann, Christian Dalpiaz, Carol und Michael Jakubowski sorgten für Erfolge. Sieben Meisterschaften, zwölf Aufstiege, 21 Jahre im Bezirksfußball stehen in der Vita des ehemaligen Arbeitersportvereins. Und alle Fußballbegeisterten rund um die Moorteichwiese sind sich momentan sicher. Die Zeit, in der der FC Süd-Kiel auch wieder in höheren Kieler Fußballregionen um Tore und Punkte spielt, wird wieder kommen…
Band 13: Die Geschichte des Kieler Fußballs
ETSV Eintracht Kiel 1910 - 2025
1910 als FC Eintracht neu gegründet, fand der neue Kieler Fußballverein aus Gaarden-Süd zunächst auf der Kieler Moorteichwiese seine Heimat. Schnell ging es für die Grün-Weißen aufwärts. 1925 betrat die Kieler Eintracht die schleswig-holsteinische Fußballbühne. Vier Meisterschaften konnte die Eintracht bis Ende des 2. Weltkrieges feiern. Mannschaften wie Holstein Kiel, FVgg Kilia Kiel oder VfR Neumünster gaben sich auf dem Sportplatz am Kieler Kleinbahnhof ein Stelldichein, der zwischen 1920 und 1936 die Moorteichwiese als Heimspielstätte ablöste. Die Gebrüder Lochbronner, Grimm und Frank waren nicht nur in Kiel, sondern auch überregional als herausragende Fußballspieler bekannt.
1945 fand die Eintracht dann auf dem Kieler Tonberg eine neue Heimat. Auch hier ging es für die Grün-Weißen schnell zurück ins Kieler Fußball-Rampenlicht. 1951 erfolgte unter Trainer Rudolf Mundt der Sprung zurück in den Bezirksligafußball. Spielernamen wie Hans-Joachim Stolz, Horst Erhardt, Karl Reinefeld oder Joachim Haß stehen für elf erfolgreiche Jahre in Schleswig-Holsteins damals zweithöchster Spielklasse.
Bis Mitte der 1980er Jahre spielte die Eintracht dann auch anschließend weiter im Bezirksfußball. Akteure wie Hans-Georg Jansson, Klaus-Dieter Hubert oder Eberhard Kujawski sorgten für Fußballbegeisterung im Kieler Süden. Wenn die Eintracht danach auch nie wieder in den Bezirksfußball zurückkehrte, Spielerpersönlichkeiten wie Fabian Patzke, Raik Grunicke und Trainer wie Lorenz Thode, Heinz Fischer oder Anna Schwee sorgten dafür, dass der Ball auf dem Tonberg auch auf Kreisebene weiter erfolgreich rollte.
Doch der Ausbau der Straßen rund um den Kieler Tonberg und schließlich die Verlegung der Fröbelschule als Quelle der bis dahin außergewöhnlich erfolgreichen Nachwuchsschmiede der Grün-Weißen mit Stars wie dem späteren Bundesligaspieler Francesco Copado, läutete das langsame Ende der Eintracht ein. Auch wenn der Eintracht-Platz inmitten der Kieler Eisenbahnersiedlung zu einem der schönsten Anlagen im Kieler Amateurfußball gehörte, machte Fußball ohne Einzugsgebiet keinen Sinn mehr.
2020 wurde die Jugendarbeit eingestellt, im Herbst 2025 schlossen sich nach mehr als 115 Jahren für immer die grün-weißen Tore. Ein Stück Kieler Fußballgeschichte ging damit zu Ende. Dieses Buch setzt diesem Verein ein Denkmal.
Band 14: Die Geschichte des Kieler Fußballs
VfR Laboe
Mit einem echten Lederball als Weihnachtsgeschenk fing alles an. Eine Gruppe Jugendlicher fand sich allwöchentlich am Laboer Yachthafen zusammen, um Fußball zu spielen. Schnell kam innerhalb der schnell anwachsenden Gruppe der Wunsch auf, ihren geliebten Sport auch in einem Verein zu betreiben. Doch da sich der Vorstand des ansässigen Turnvereins mit der Gründung einer Fußballabteilung nicht wirklich anfreunden konnte, wurde am 31. März 1926 der selbständige „Laboer Fußballverein“ gegründet. Schon im September 1926 des gleichen Jahres folgte die Einweihung des Stoschplatzes, noch heute Spielstätte des VfR Laboe.
Als „Rasensport Laboe“ startete der Verein zwei Jahre später im Punktspielbetrieb. Der Erfolg blieb überschaubar. Die Bedingungen in Laboe waren und blieben schwierig. Bis 1940 musste Rasensport seine Fußballmannschaft dreimal abmelden. Mit Beginn des 2. Weltkriegs erlebte auch der Fußball in Laboe ein vorläufiges Ende.
Umso glanzvoller war der Neustart 1945. Mit Spielern der Extraklasse wie Horst Nölte, Horst Rösner, Walter Wiendlocha oder Willi Michel schaffte der VfR Laboe, wie sich der Verein nun nannte, sensationell den Aufstieg in die oberste Spielklasse des Landes. Auch nach dem Abstieg gehörte der VfR zu den besten Teams der zweithöchsten Spielklasse. Akteure wie Klaus Schuleit, Walter Hansen, Willi Rösner und Torwartlegende Klaus Schnoor waren in ganz Fußball-Kiel bekannt. 17 lange Jahre spielten die Schwarz-Weißen in dieser Liga. Trainer wie Heinz Godau und Walter „Polo“ Wiendlocha setzten auf die Offensivkraft ihrer Mannschaft. Mit Erfolg. Klaus Schuleit avancierte in diesen Jahren zum erfolgreichsten Torschützen im Kieler Fußball.
Mitte der 1970er Jahren setzte der VfR zum nächsten Höhenflug an. Dieses Mal waren es Akteure wie Jörg Rückbrodt, Manfred Rösner, Bernd Wiendlocha und in den 1980er Jahren Holger Haltenhof sowie Meistertrainer wie Helmut Ponath, Holger Saager und wieder Walter Wiendlocha, die die Schwarz-Weißen in bisher nicht gekannte Höhen führten. Platz 2 im Kieler Fußball, Teilnahme am DFB-Pokal auf Bundesebene, zwei Meisterschaften, die Vizemeisterschaft in der zweithöchsten Spielklasse und immer wieder den besten Torschützen Kiels in den eigenen Reihen. Mit mehr als 4.700 Toren in den letzten 80 Jahren gehört der VfR noch heute zu den drei angriffsfreudigsten Mannschaften im Kieler Fußball
Auch nach dem Abstieg aus dem Bezirksfußball schwamm der VfR auf der Erfolgswelle: Fünf Meisterschaften, sieben Vizemeisterschaften und ebenso viele Aufstiege und mit Gustav Stüber, Klaus Schuleit, Jörg Rückbrodt, Bernd Wiendlocha, Matthias Petersen, André Sümnik und Jan-Patrick Wemmer in zwölf Jahren Kiels Top-Torjäger in den eigenen Reihen. Der VfR Laboe ist ein Erfolgsmodell!